Passivhausstandard im Mietwohnungsbau
(Hessen)
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Quelle: GWG-Kassel
Der Geschosswohnungsbau auf der Marbachshöhe in Kassel (202.000 EW) wurde durch die Initiative CEPHEUS (Cost Efficient Passive Houses as EUropean Standards) der Europäischen Union (EU) gefördert. Ziel von CEPHEUS ist es, die Voraussetzungen für eine breite Markteinführung kostengünstiger Passivhäuser in Europa zu schaffen. Im Rahmen des Programms sollten die technische Durchführbarkeit und die wirtschaftliche Tragfähigkeit in unterschiedlichen Gebäudetypen aufgezeigt werden. Aus diesem Grund wurde der Bau von rund 250 Wohneinheiten im Passivhausstandard in fünf europäischen Ländern unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

Quelle: GWG-Kassel
Ausgangspunkt für das Projekt war die Absicht der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG), den Neubau von Sozialwohnungen unter Einsatz innovativer Technologien auf einem ehemaligen Kasernengelände zu realisieren. Um bei diesem Pionierprojekt alle verfügbare Fachkompetenz zu bündeln, wurde frühzeitig ein Bauteam aus ArchitektInnen, Fachingenieurbüros und Generalunternehmer gebildet. Um die Kostenobergrenzen der Wohnungsbauförderung einzuhalten, wurde eine kompakte 3- bis 4-geschossige Bauweise gewählt. In zwei nebeneinander stehenden Baukörpern mit einem "Halbtonnen"- bzw. einem Flachdach, entstanden 40 Wohneinheiten.
Sowohl das Warmwasser als auch die benötigte Restheizwärme wird über Fernwärme bereitgestellt. Eine semizentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung steuert die Frischluftversorgung. Dabei bleiben die Fensterlüftung und die individuelle Regelbarkeit von Lufttemperatur und auszutauschender Luftmenge möglich. Um den Energieverbrauch im Gebäude weiter zu senken, wurde eine Beratung über energieeffiziente Haushaltsgeräte für die BewohnerInnen angeboten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Bedienung der Lüftungsanlage hat sich eine hohe Zufriedenheit der Bewohnerschaft eingestellt. Der Heizwärmebedarf der Gebäude lag, trotz teilverschatteter Lage und fehlender solaroptimierter Orientierung, im ersten Jahr (2000/01) bei ca. 17 kWh pro qm und damit mehr als 80% unter dem eines vergleichbaren, gemäß Wärmeschutzverordnung ’95 erstellten Mietwohnungsbaus.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1999 | Baubeginn |
| 2000 | Fertigstellung und Bezug der Gebäude |
| 2000 - 2001 | Messung des tatsächlichen Energieverbrauchs |
| 2001 | Studie zu Nutzerakzeptanz und -verhalten |

Quelle: GWG-Kassel

Quelle: Passivhaus Institut, Darmstadt

Quelle: GWG-Kassel
Das Projekt erbringt den Nachweis, dass der Passivhausstandard auch im öffentlich geförderten Geschosswohnungsbau umsetzbar ist. Beim Einsatz der hocheffizienten Techniken wurden typische Verhaltensmuster der NutzerInnen berücksichtigt. Unterstützt durch ein gezieltes Beratungsangebot, konnten insgesamt 82% Heizwärme gegenüber einem ähnlichen Gebäude in "konventioneller" Bauweise eingespart werden.
Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 34131 - Ort: Kassel - Straße: Auguste-Förster-Straße/Julie-von-Kästner-Straße.
Datensatz eingestellt am 01.06.2004 im Rahmen des Forschungsauftrages „Innovative Projekte im Städtebau“ (IProS) vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtplanung, RWTH Aachen und aktualisiert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) .
Letzte Änderung: 25.10.2011