Werkstatt-Stadt
 

Nachverdichtung in der sozial orientierten Stadterneuerung

München-Hasenbergl „Aschenbrennerstraße“

(Bayern)

Kontext

Die Wohnsiedlung „Hasenbergl“ entstand zwischen 1960 und 1971 im Rahmen des „Gesamtplanes zur Behebung der Wohnungsnot in München“. Die Siedlung mit ca. 8.200 Wohnungen wurde in vier Abschnitten errichtet und für mehr als 26.000 Menschen zum neuen Zuhause. Die durch Grünflächen aufgelockerte Stellung der Wohngebäude und fünf Ladenzentren prägen die Siedlungsstruktur. Der Stadtteil bietet ruhige Wohnlagen und ist gut mit der U-Bahn zu erreichen.

Im Jahr 1993 wurde der Stadtteil als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Das Angebot an eher kleinen Wohnungen entsprach nicht mehr den veränderten Anforderungen an familien- und altengerechtes Wohnen. Von 1999 bis 2009 war die Wohnsiedlung Bestandteil des Programms »Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die soziale Stadt«.

 

Projektbeschreibung

Bild: Neubauten entlang der Aschenbrennerstraße

Quelle: Norbert Post, Hartmut Welters - Architekten & Stadtplaner GmbH

Mit Hilfe des Städtebaufördervorhabens wurde u. a. das Wohnungsangebot erweitert, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen und privaten Wohnumfeld und die Infrastruktur verbessert sowie zugleich die Aktivierung und Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner unterstützt. In diesem Zusammenhang wurde auch das Wohnungsbauprojekt „Aschenbrennerstraße 17-37“ realisiert.

Das im Jahr 2002 fertiggestellte Nachverdichtungsprojekt nutzt ehemalige Autostellplätze zur Realisierung von Gebäudeanbauten und zusätzlichen Neubauten. Die zweigeschossigen Neubauten und die fünfgeschossigen Kopfanbauten bilden nun einen geschlossenen Blockrand entlang des gebogenen Abschnitts der Aschenbrennerstraße. Durch die Verschneidung der geraden Baukörper mit dem Straßenbogen ergeben sich besondere baulich-räumliche Konstellationen.

An der Aschenbrennerstraße sind insgesamt 64 öffentlich geförderte Wohnungen entstanden. In den zwei- und fünfgeschossigen Baukörpern befinden sich Geschoss- und Maisonette-Wohnungen, die alle über vorgehängte Balkone bzw. entsprechende Terrassen verfügen.

Die Höfe wurden ebenfalls umgestaltet und bieten nun differenzierte Bereiche mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten. So entstanden vor den Neubauten bepflanzte Plätze mit Sitz- und Spielmöglichkeiten.

Durch die Errichtung der Neubauten auf einer ehemals versiegelten Fläche konnten die parkähnlichen Grünräume der Siedlung intakt bleiben. Die Anlage von privaten Mietergärten in den Erdgeschossbereichen sowie die Dachbegrünung sorgen für zusätzliche Grünflächen im Quartier.

Die notwendigen Kfz-Stellplätze sind in Tiefgaragen und in einer Hochgarage an der Stösserstraße untergebracht.

 

Projektchronologie

Bild: Neubauten

Quelle: Norbert Post, Hartmut Welters - Architekten & Stadtplaner GmbH

Jahr Ereignis
1998/99 Konzeptidee
2000 Planungsbeginn
2001 Baubeginn
2002 Fertigstellung
2005 Ehrenpreis der Stadt München für guten Wohnungsbau zum Thema „Wohnen im Alter und vorbildliche Sanierung“
 

Ziele

  • Alters- und familiengerechtes Wohnen
  • Image- und Wohnumfeldverbesserung des Stadtteils
  • Stärkung der räumlichen Struktur der Siedlung
 

Maßnahmen

Bild: Neue Wegeführungen im Blockinnenbereich

Quelle: Norbert Post, Hartmut Welters - Architekten & Stadtplaner GmbH

  • Wohnungsneubau auf zuvor versiegelten Garagenhöfen
  • Neue Kopfanbauten an den bestehenden Gebäudezeilen
  • Bau von 64 öffentlich geförderten Wohnungen
 

Innovationen

Bild: Neue Grünflächen im Blockinnenbereich

Quelle: Norbert Post, Hartmut Welters - Architekten & Stadtplaner GmbH

Durch die Nachverdichtung mit einer Kombination aus baulicher Schließung des Blockrandes und qualitätssteigernder Freiflächengestaltung konnte insgesamt einer Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeldsituation erreicht werden. Darüber hinaus ist die Barrierefreiheit hervorzuheben. Nicht zuletzt liefern die Begrünungsmaßnahmen Beiträge zur Klimaanpassung.

 

Quellen

  • Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung (Hrsg.)(2005): Geförderter Wohnungsbau in München- Stadterneuerung Hasenbergl Nachverdichtung an der Aschenbrennerstraße.
  • ExWoSt – Studie »Städtebauliche Nachverdichtung im Klimawandel« Projektbericht: Fallstudie München Aschenbrennerstraße. 2014
 

Weiterführendes

Hier erscheint der Projektstandort direkt in Google-Maps. Projekt in Google-Maps

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 80933 - Ort: München - Straße: Aschenbrennerstraße 23.

 

Akteure

Landeshauptstadt München Referat für Stadtplanung und Bauordnung HA III, Stadtsanierung und Wohnungsbau, Blumenstraße 31, 80331 München, Tel: 089/233-2 84 72, Fax: 089/233-2 15 23, Email: plan.ha3-2@muenchen.de, Web: http://www.muenchen.de/plan

Bauherr/Investor

  • GWG· Gemeinnützige Wohnstätten und Siedlungsgesellschaft mbH. Ein Unternehmen der Landeshauptstadt München, Heimeranstraße 31 und 33, 80339 München, Tel.: 089/551 14-0, Fax: 089/551 14-209, Email: info@gwg-muenchen.de, Web: http://www.gwg-muenchen.de/.

Architekten

Landschaftsplaner

 

Datensatz eingestellt am 29.09.2015 vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Letzte Änderung: 19.10.2015