Kooperativer und interdisziplinärer Planungs- und Bauprozess
(Baden-Württemberg)
Dieses Projekt befindet sich im Archiv. Die Projektdaten werden nicht mehr aktualisiert.

Quelle: www.Biberach-Riss.de
In Biberach, einem Mittelzentrum mit 31.000 Einwohnern, wurde ein vorher baulich nicht genutztes städtisches Areal als neues Wohngebiet erschlossen. Das Baugebiet liegt in etwa 1,7 km Entfernung vom Zentrum am Stadtrand auf einem Hochplateau, im Winkel zwischen zwei Ausfallstraßen. Im Norden erstrecken sich Einfamilienhausgebiete, im Nord-Osten und Osten schließen sich Misch-, Gewerbe- und größere Einzelhandelsflächen an, die durch einen bewaldeten Grünstreifen vom Neubaugebiet getrennt sind.

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Dieses Projekt hat den Anspruch, kostengünstiges, ressourcenschonendes Familienwohnen in einem qualitätsvollen Wohnumfeld zu ermöglichen. Auf 5,8 ha Bruttobauland entstanden auf kleinen Grundstücken 147 Wohneinheiten, als Mix aus 105 Einfamilienhäusern in 8 Bautypen sowie 42 Geschosswohnungen. Diese verdichtete Bebauung besteht aus nach Süden ausgerichteten Zeilen in einem fast autofreien Wohnumfeld mit zentraler Stellplatzanlage. Eine ÖPNV-Anbindung in die Innenstadt wurde eingerichtet. Das Gebiet wird über ein Nahwärmenetz versorgt, das von einer Holzhackschnitzel-Anlage und einer Erdgasanlage gespeist wird. Das gesamte anfallende Regenwasser wir über ein Mulden-Rigolen-System am Gebietsrand versickert.
Die Innovation des Projektes liegt vor allem in der Ausgestaltung des Planungs- und Bauprozesses. Bestimmend dafür war eine umfassende begleitende Koordinierung durch das Stadtplanungsamt, wodurch die verschiedenen Fachplanungen zeitgleich betrieben werden konnten. Nach einem einleitenden Architektur-Wettbewerb entwickelten Architekten die Entwürfe zusammen mit regionalen Handwerkergemeinschaften, die als Bauträger agierten, weiter. Marketinganstrengungen in Form von zwei "Projektmessen", bei denen die Häuser der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, und eine Befragung möglicher Käufer sollten die Marktakzeptanz der Wettbewerbsentwürfe testen. Die Umfrageergebnisse waren Grundlage für die städtebauliche Rahmenplanung und den Bebauungsplan sowie für die Verteilung von Kaufoptionen an die interessierten Investoren. Die planungsrechtlichen Festsetzungen und die Freiraumplanung wurden auf die gewählten Haustypen, parallel mit der Erschließungs- und Hochbauplanung, abgestimmt. Die tiefbauliche Erschließung wurde in einem Team aus Stadtplanern, Stadtwerken, Tiefbauamt, Elektrizitätsversorger und Bauleitung so geplant, dass u.a. durch gemeinsame Anschlüsse für je eine ganze Häuserzeile ca. 8% der Gesamterschließungskosten einspart werden konnten.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1996 | Planungsbeginn durch die Stadt, Architekten-Wettbewerb, Öffentlichkeitsarbeit |
| 1998 - 2001 | Bau und Bezug 1. Bauabschnitt |
| 1999 | Einzelpreis im Kommunalwettbewerb "Effizient erschließen" des Landes Baden-Württemberg |
| 2000 - 2005 | Bau und Bezug 2. Bauabschnitt |

Quelle: www.Biberach-Riss.de

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Der Ansatz des kooperativen Planungs- und Bauprozesses und die frühzeitige Einbeziehung von potentiellen Eigentümern ist beispielhaft. Hervorzuheben sind die erzielten Kostenentlastungen durch das parallele Vorgehen. Die intensive Koordinierung zeitgleich arbeitender Akteure wird von den Beteiligten positiv bewertet und für "ausbaufähig" gehalten.
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Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 88400 - Ort: Biberach - Straße: Rißegger Steige.
Datensatz eingestellt am 01.02.2003 im Rahmen des Forschungsauftrages „Innovative Projekte im Städtebau“ (IProS) vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtplanung, RWTH Aachen und aktualisiert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) .
Letzte Änderung: 30.04.2010