Einfamilienhäuser mit Energieüberschuss
(Baden-Württemberg)

Quelle: www.solarsiedlung.de
Die Siedlung am Schlierberg liegt in direkter Nachbarschaft zum Vauban-Areal, ca. 3 km von der Freiburger Innenstadt entfernt. Auf dem Gelände der ehemaligen französischen Vauban-Kaserne entsteht seit 1997 ein neues, nutzungsgemischtes Stadtquartier mit insgesamt 2000 Wohnungen und Gemeinbedarfseinrichtungen für ca. 5000 Menschen.
Auf dem 38 ha großen Gelände wird in verdichteter Bebauung ein Wohn- und Lebensraum für verschiedene Sozialgruppen geschaffen. Zu den wesentlichen Maßnahmen des sogenannten "Modellstadtteils Vauban" gehören: autoreduziertes Mobilitätskonzept, nachhaltige Wasserbewirtschaftung, energiebewusstes Bauen, Bauabfallmanagement, die Förderung von Baugruppenprojekten und genossenschaftlichem Bauen sowie die Ausgestaltung eines kooperativen Planungsprozesses.

Foto: Gerhard Fehl
Die energieoptimierte Neubausiedlung entsteht seit 1999 auf dem ehemaligen Sportgelände der Vauban-Kaserne.
"In der Solarsiedlung am Schlierberg ist die Zukunft des solaren Bauens und Wohnens im Einklang mit der Natur bereits Realität." - So lautet das Motto des Bau- und Projektträgers "Solarsiedlung GmbH" für diese solarstromproduzierende Wohnsiedlung. Die Maßnahme umfasst 58 Plusenergiehäuser®, von denen bis Anfang 2003 43 gebaut waren.
Die Solarsiedlung versteht sich als zukunftsweisendes Pilotprojekt für solares Bauen und Wohnen. Die in Holzkonstruktion errichteten 2- bis 3-geschossigen Gebäude sind in Zeilen nach Süden ausgerichtet und entsprechend den hohen Anforderungen des Passivhausstandards ausgeführt. Eine individuelle Gestaltung, die Verwendung natürlicher Baustoffe und auffälliger Farben geben der Siedlung ein unverwechselbares Aussehen.
Der Projektträger spricht von einer "Plusenergiehaus"-Bauweise, da Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern mehr Strom erzeugen, als die Bewohner der Häuser insgesamt verbrauchen. Die überschüssige Energie wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist.
Der optimierte Passivhausstandard und die zusätzliche Energieerzeugung führen zu einer Reduktion der Nebenkosten für die Nutzer. Angestrebt wird mindestens 500 Euro/Jahr Energiekostenersparnis im Vergleich zu einem konventionellen Haus.
Die Häuser sind trotz des erhöhten Aufwands laut Angaben des Projektträgers nicht teurer als Wohnungen in vergleichbarer Lage in Freiburg. Die Hälfte der Häuser wird von den Erwerbern bewohnt, die andere Hälfte ist vermietet. Als Anreiz für diese Kapitalanlage wurde ein geschlossener Immobilienfonds, der "1. Freiburger Solarfonds" mit 15 Reihenhäusern der Siedlung als Fondsobjekt gegründet.
Als Abschirmung zur Hauptverkehrsstraße ist das sogenannte "Sonnenschiff", ein Wohn- und Geschäftshaus geplant (Baubeginn Frühjahr 2003). Die Wärmeversorgung wird derzeit vom Hackschnitzelkraftwerk des Stadtteils Vauban gedeckt. Mit der Errichtung des "Sonnenschiffs" ist eine eigene Wärmeerzeugung durch Sonnenkollektoren und durch ein mit Biomasse befeuertes Blockheizkraftwerk geplant.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| März 1994 | Satzung für die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme "Vauban" |
| 1996 | Bebauungsplanaufstellung mit ökologischen Festsetzungen |
| April 1998 | Gründung der Solarsiedlung GmbH |
| 1999 | Baubeginn |
| 2000 | Leitprojekt der EXPO-Beteiligung der Solarregion am Oberrhein |
| 2005 | Voraussichtliche Fertigstellung der gesamten Siedlung |

Quelle: www.solarsiedlung.de

Foto: Gerhard Fehl
Diese Solarsiedlung liefert den Beweis für die Machbarkeit einer "Plusenergiehaussiedlung": eine ökologisch orientierte, energieeffiziente Bauweise in zeitgemäßer Solararchitektur ermöglicht eine positive Energiebilanz. Passivhausstandard und modernste Energietechnik werden mit dem kommerziellen Betrieb von Solarstromanlagen kombiniert.
Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 79100 - Ort: Freiburg - Straße: Elly-Heuss-Knapp-Straße.
Datensatz eingestellt am 01.02.2003 im Rahmen des Forschungsauftrages „Innovative Projekte im Städtebau“ (IProS) vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtplanung, RWTH Aachen und aktualisiert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) .
Letzte Änderung: 31.07.2008