Werkstatt-Stadt
 

Kulturzentrum im Stadtteil

Hamburg-Dulsberg „Kulturhof“

(Hamburg)

Dieses Projekt befindet sich im Archiv. Die Projektdaten werden nicht mehr aktualisiert.

Kontext

Bild: Typische Bebauung im Viertel

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Der Hamburger Stadtteil Dulsberg wurde in den 1920er Jahren bebaut. Durch Kriegseinwirkung zerstörte Gebäude wurden ab 1951 wieder aufgebaut.

Der Stadtteil wird nicht als sozialer Brennpunkt wahrgenommen, gehört aber, im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt, zu den benachteiligten Stadtteilen. Er ist geprägt von wirtschaftlich schwachen Haushalten und einem hohen Anteil von Klein- und Kleinstwohnungen. Als problematisch erwies sich Anfang der 1990er Jahre auch das unzureichende Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen, geeigneten Treffpunkten für Bewohner und Freizeitangeboten.

Vor diesem Hintergrund wurde 1992 ein integriertes Handlungskonzept zur Stadtteilentwicklung aufgestellt. In den Jahren 1995 bis 2002 wurde im Rahmen eines Programms zur sozialen Stadtteilentwicklung (STEP) der Hansestadt Hamburg ein großes Bündel an Maßnahmen zur Verbesserung der Situation im Stadtteil entwickelt und umgesetzt.

 

Projektbeschreibung

Bild: Kulturhof Eingangsbereich

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

In Zusammenarbeit mit Trägern der Bildungs- und Kulturarbeit sowie des Stadtteilbüros Dulsberg, des Stadtbezirks, der Schulbehörde und der Stadtentwicklungsbehörde wurde ein Projekt zur Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb des Stadtteils ins Leben gerufen. Nach langen Planungsvorarbeiten entstanden neue Räumlichkeiten in der Gesamtschule „Alter Teichweg“. Seither werden diese vom Kulturhof Dulsberg als Veranstaltungszentrum im Stadtteil genutzt.

Durch den Umbau der Schulaula und den Anbau eines glasüberdachten Cafébereiches ist ein zentraler Veranstaltungsraum entstanden. Er fasst bis zu 400 Personen. Nach baulichen Veränderungen im Eingangsbereich ist der Betrieb auch außerhalb der Schulöffnungszeiten möglich.

Der Kulturhof wird von Dulsbergern betrieben, die die Räume kostenfrei für soziokulturelle Veranstaltungen nutzen können. Teilweise wird auch auf geeignete Räumlichkeiten in der Schule zurückgegriffen. Die Bandbreite der Angebote ist groß und berücksichtigt die Interessen vieler Stadtteilbewohner. Beispielsweise finden dort Tanzfeste, Theateraufführungen, Podiumsdiskussionen, Kinderfeste und Seniorenveranstaltungen statt.

Ein weiteres Angebot bildet das Dulsberger Lesecafé, das innerhalb der Gesamtschule mit separatem Eingang zur öffentlichen Nutzung eingerichtet wurde.

Ein Programmbeirat unter der Leitung der Kulturkoordinatorin des Stadtteilbüros setzt sich aus Vertretern kulturschaffender Einrichtungen des Stadtteils und der Gesamtschule Alter Teichweg zusammen. Er entwickelt und überprüft organisatorische Abläufe und Zuständigkeiten sowie die Programmgestaltung und Öffentlichkeitsarbeit für den Kulturhof.

Das Stadtteilbüro ist auch für die Geschäftsführung, Veranstaltungsorganisation und -koordination, Öffentlichkeitsarbeit, Vermietung sowie für die technische Betreuung des Kulturhofes zuständig.

 

Projektchronologie

Jahr Ereignis
1993 erste Ideensammlung für ein Nutzungskonzept
1995 Erarbeitung eines Ideenkonzepts zur Organisation von Veranstaltungen mit Bürgern des Stadtteils, Vertretern der Gesamtschule und vor Ort ansässigen sozialen Institutionen
1996 Konzeptentwurf zur Umgestaltung der Veranstaltungsräume der Gesamtschule
1998 Vorstellung des Gesamtprojekts auf mehreren Bürgerversammlungen durch das Stadtteilbüro
1999 Eröffnung des Kulturtreffs Dulsberg nach Umbau der Aula und Neubau eines glasüberdachten Cafébereiches
2001 Studierende erarbeiten neue Namens- und Logovorschläge für den Kulturtreff
2001 Auswahl des Namens Kulturhof Dulsberg und Logos durch Bewohner und Programmbeirat
2002 erster gedruckte Programmflyer
 

Ziele

Bild: Innenaufnahme des Kulturhofs

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

  • Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten im Stadtteil
  • Soziale Integration
  • Schaffung eines kulturellen Stadtteilmittelpunktes am integrierten Schulstandort
  • Öffnung der Schule auch nach den Schulzeiten für die Bürger des Stadtteils
  • Abbau von Vorbehalten gegenüber der Institution Schule durch Kooperation mit Akteuren aus dem Stadtteil
  • Öffnung der Institution Schule für Bürger und Vereine aus dem Stadtteil
  • Kulturelles Leben in der Schule und im Stadtteil
 

Maßnahmen

Bild: überdachtes Café im Kulturhof

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

  • Umbau der Schule und Schaffung von Veranstaltungsraum und Café
  • Soziokulturelle Veranstaltungen
  • Einrichtung eines öffentlichen Lesecafés in der Schule
  • Programmbeirat für den Kulturhof
  • Namens- und Logowettbewerb
  • Kinoabende im Hörsaal, Musikfest, Flohmarkt und Tanz in der Aula
 

Innovationen

Bild: Werbeplakat für das Lesecafé im Kulturhof

Quelle: Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Der Kulturhof Dulsberg in gemeinsamer Trägerschaft von Stadtteilbüro und Gesamtschule ist ein beispielhaftes Kooperationsprojekt zwischen einem öffentlichen Träger und einer Schule. Die ressortübergreifende Zusammenarbeit im Rahmen der Projektentwicklung wie auch im Betrieb ermöglicht die Öffnung der Schule für den Stadtteil. Die Vernetzung der vielfältigen Handlungsspielräume mit dem Umfeld macht die Schule zum Mittelpunkt des Stadtteils.

Inzwischen ist der Kulturhof zum zentralen Veranstaltungsort im Stadtteil geworden und hat sich als Kulturzentrum etabliert. Mit einzelnen Veranstaltungen wird er auch über den Stadtteil hinaus wahrgenommen.

 

Quellen

 

Weiterführendes

  • Soziale Stadtteilentwicklung in Dulsberg 1995 bis 2002 – Bericht über die Ergebnisse der Förderung aus dem Hamburgischen Stadtteilentwicklungsprogramm, Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Hamburg-Nord, 2002


Größere Kartenansicht

Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 22049 - Ort: Hamburg - Straße: Alter Teichweg 200.

 

Akteure

  • Kulturhof Dulsberg, Jürgen Fiedler, Leiter Stadtteilbüro Dulsberg, Ulrike Ritter, Ansprechpartnerin Kulturhof Dulsberg, Alter Teichweg 200, Information und Vermietung, Probsteier Str. 15, 22049 Hamburg, E-Mail: stb@dulsberg.de, Tel.: ++49 (0)40 – 6528016, Fax: ++49 (0)40 – 680009, Web: http://www.dulsberg.de
 

Datensatz eingestellt am 23.09.2008 vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Letzte Änderung: 03.07.2014