Projekt aus der Datenbank Werkstatt-Stadt
Nachbarschaftszentrum Grone und Mehrgenerationenhaus Göttingen
(Niedersachsen)

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover
Das Quartier „Grone-Süd“ befindet sich am westlichen Stadtrand Göttingens (121.000 EW), ca. 4 km vom Stadtzentrum entfernt. Es ist eine Wohnsiedlung der 60er und 70er Jahre, die von überwiegend 4- bis 6-geschossigen Bauten geprägt ist. Am Siedlungsrand befinden sich Reihenhäuser. Das Bild des Stadtteils war zuletzt durch steigenden Wohnungsleerstand, Vandalismus und vernachlässigte öffentliche Freiflächen geprägt.
Grone-Süd zählt aufgrund seiner, im Vergleich zur Gesamtstadt, überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit und des hohen Anteils an Sozialhilfeempfängern zu den benachteiligten Stadtquartieren der Stadt. Auch der Anteil von Kindern im Sozialhilfebezug ist dort überdurchschnittlich hoch.
Das Sanierungsgebiet „Grone-Süd“ wurde im Jahr 1999 in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf - die Soziale Stadt" aufgenommen. Auf der Basis eines Integrierten Handlungskonzeptes wurden seither zahlreiche Maßnahmen zur Aufwertung des Wohnumfeldes sowie des Wohnungsbestandes umgesetzt.

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover
Als Antwort auf die sozialen Probleme und nachbarschaftlichen Konflikte im Quartier „Grone-Süd“ hatte das Sozialdezernat der Stadt Göttingen 1999 das Stadtteilzentrum Grone eingerichtet. Aufgrund von Leerständen konnten dafür fünf Erdgeschosswohnungen eines Hochhauses umgenutzt werden. Die Angebote der Einrichtung blieben jedoch hinter dem Bedarf zurück und das Stadtteilzentrum verlor an Attraktivität.
Mit der Aufnahme des Sanierungsgebietes „Grone-Süd“ in das Programm „Soziale Stadt“ eröffnete sich die Möglichkeit, ein neues Gebäude als Nachbarschaftszentrum einzurichten. Es sollte sich durch eine zentralere stadträumliche Lage und ein neues Konzept mit Qualitäten für unterschiedliche Nutzergruppen auszeichnen.
Das Konzept der Stadt sah die Übergabe der Einrichtung an einen lokal eingebundenen, freien Träger vor. Um eine breite Verankerung im Stadtteil zu gewährleisten, wurde für die Trägerschaft der Verein „Nachbarschaftszentrum Grone e.V.“ aus den bereits im Stadtteil aktiven Wohlfahrtsverbänden und den drei Groner Kirchengemeinden gegründet.
In den folgenden Jahren wurde in einem kooperativen Planungsverfahren die inhaltliche und räumliche Konzeption für den Neubau eines Nachbarschaftszentrums mit Mehrgenerationenhausansatz entwickelt. Lokale Akteure wurden in Planungsworkshops zur Entwicklung von Ideen und Entwürfen eingebunden.
Das neue Nachbarschaftszentrum und das Mehrgenerationenhaus wurden 2006 in zentraler Lage des Quartiers gebaut und im Frühjahr 2007 bezogen. Kurz darauf wurden die umgebenden Freiflächen als Stadtteilpark neugestaltet.
Das Gebäude bietet eine große Diele als Empfangsbereich und Möglichkeit für offene Begegnung. Drei Gruppenräume lassen sich zu einem großen Veranstaltungsraum zusammenlegen und für kulturelle Veranstaltungen nutzen.
Das Nachbarschaftszentrum und Mehrgenerationenhaus hat sich zu einer wichtigen Begegnungs- und Anlaufstelle im Stadtteil entwickelt. Das Angebot umfasst Beratungsleistungen wie einen stadtteilbezogenen Job-Markt, einen Dolmetscherdienst u.ä. Es werden auch Bildungsangebote, wie Sprach- und Computerkurse gemacht. Größtenteils ehrenamtlich organisierte Kurse wie Freizeit- und Begegnungsangebote runden das Angebot ab. Dazu gehören Aquarellmalerei, Gymnastik, Leih- und Tauschbücherei.
Die Einrichtung wird von einer hauptamtlichen Leiterin geführt, die durch projektbezogen engagierte Honorarkräfte sowie ehrenamtliche Kräfte unterstützt wird.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1999 | Bezug von 5 leerstehenden EG-Wohnungen durch das Stadtteilzentrum |
| 1999 | Verein „Nachbarschaftszentrum Grone e.V.“ übernimmt die Trägerschaft des Stadtteilzentrums in Grone von der Stadt Göttingen |
| 1999 | Aufnahme des Sanierungsgebietes „Grone-Süd“ in das Programm „Soziale Stadt“ |
| 2002 | Beginn der Planungen für den Neubau eines Nachbarschafszentrums und Mehrgenerationenhauses mit Arbeitsgruppen für Bürger und Gutachterverfahren |
| 2005 | Zusage der Förderung des Neubaus aus dem Programm „Soziale Stadt“ |
| 2006 | Baubeginn |
| 2007 | Einweihung und Ernennung als Mehrgenerationenhaus des Bundes |

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover
Der Neubau des Nachbarschaftszentrum und Mehrgenerationenhauses ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung des Quartierszentrums in Grone-Süd. Es erschließt neue Zielgruppen und fördert damit Identifikation der Bürger mit ihrem Quartier.
Hervorzuheben ist der kooperative Planungsprozess mit Beteiligung lokaler Akteure. So konnte das Konzept den Anforderungen des Mehrgenerationenansatzes angepasst werden.
Nicht zuletzt sichert die Kooperation zwischen Kommune und dem Verein Nachbarschaftszentrum Grone e.V. die Verankerung der Gemeinschaftseinrichtung im Stadtteil.
Bereits nach wenigen Wochen des Betriebes in den neu entstandenen Räumlichkeiten sind die Besucherzahlen gestiegen und neue Nutzergruppen frequentieren die neuen Räumlichkeiten.
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Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 37081 - Ort: Göttingen - Straße: Deisterstraße 10.
Im Prozess der Planung waren beteiligt:
Ansprechpartner zum Projekt:
Datensatz eingestellt am 23.09.2008 vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), zuletzt geändert 26.04.2012
gedruckt am: Donnerstag, 17. Mai 2012
Werkstatt-Stadt Link: <http://werkstatt-stadt.de/de/projekte/168/>