Ort für Begegnung und Engagement im Stadtteil
(Bremen)

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover
Der zentral gelegene und dicht besiedelte Stadtteil Steintor in Bremen (547.000 EW) ist von Gegensätzen geprägt. Viele soziale Schichten leben dort neben- und miteinander. Einerseits bietet der Stadtteil vielfältige Kultureinrichtungen wie z.B. Kinos, Theater und Museen sowie interessante Einkaufsmöglichkeiten. Andererseits sind öffentliche Plätze durch Gruppen aus dem Drogenmilieu mit Problemen wie Beschaffungskriminalität belegt.
Das „Haus im Viertel" wurde 1998 von der Bremer Heimstiftung in drei Bauabschnitten auf dem Gelände einer alten Brotfabrik errichtet. Der erste Abschnitt umfasst 57 Wohneinheiten des „Betreuten Wohnens“ für ältere Menschen. Das Konzept des Hauses gewährleistet nachbarschaftliche Begegnungen in Gemeinschaftsräumen sowie die Krankenversorgung durch eine im Haus ansässige Pflegezentrale. Nach demselben Konzept wurde im Jahr 2000 ein zweiter Abschnitt mit 25 Wohnungen gebaut.

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover
Als die räumlichen Möglichkeiten für eine stadtteiloffene Nutzung innerhalb des „Hauses im Viertel“ an ihre Grenzen stießen, wurde eine Erweiterung des Komplexes geplant und umgesetzt. Im dritten Bauabschnitt wurden elf weitere altengerechte Wohnungen, eine Dementen-Wohngemeinschaft, ein Kindergarten sowie eine stadtteiloffene Gemeinschaftseinrichtung errichtet.
Für die Gemeinschaftseinrichtung wurden die Räume des ehemaligen Fundamtes umgenutzt. Als generationenübergreifender Stadtteiltreff entstanden auf ca. 700 qm eine Cafeteria als offener Begegnungsraum sowie mehrere Gruppenräume. Die Gemeinschaftsräume werden von Selbsthilfegruppen und Initiativen aus dem Stadtteil und von der Bremer Volkshochschule mitgenutzt. Ebenso befinden sich hier das Buddhistisches Zentrum und der Stadtteilverein.
Mit der Fertigstellung des alten Fundamtes 2007 erfuhr das „Haus im Viertel“ eine wesentliche räumliche und qualitative Veränderung. Durch das Café erhielten die Nachbarn einen öffentlichen Treffpunkt. Um den Betrieb des Cafés zu gewährleisten haben dem „Haus im Viertel“ verbundene Bewohner des Stadtteils einen gemeinnützigen Verein gegründet (Fundamt-Treffen e.V.). Die 30 Mitglieder betreiben das Café mit Mittagstisch bislang ehrenamtlich. Langfristig sollen hier Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die Kosten für die Sanierung des ehemaligen Fundamtes wurden von der Bremer Heimstiftung finanziert und mit Mitteln der Stiftung Wohnliche Stadt gefördert. Die Finanzierung der laufenden Kosten der Gemeinschaftseinrichtung im ehemaligen Fundamt wird größtenteils über die Miete der Vereine und Institutionen, geleistet. Der Verein Fundamt-Treffen e.V. muss für das stadtteiloffene Café, die Nebenkosten erwirtschaften. In den Mietkosten für das betreute Wohnen ist ein Anteil für Betriebskosten der Gemeinschaftseinrichtung enthalten. Das Gebäude muss sich langfristig selbst tragen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1992 | 1. Bauabschnitt. Neubau mit 57 Wohnungen für ältere Menschen |
| 2000 | 2. Bauabschnitt. Erweiterung um 25 Wohnungen |
| 2005 | Gründung des Vereins „Fundamt-Treffen e.V.“ |
| 2006 | 3. Bauabschnitt. Fertigstellung des „Alten Fundamtgebäudes“, Einzug der VHS und des Buddhistischen Zentrums; Einzug des Montessori-Kindergartens; Bezug von weiteren elf neuen Wohnungen |
| 2007 | Eröffnung der Cafeteria als Begegnungsstätte des Vereins Fundamt Treffen e. V. |

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover

Quelle: plan zwei Stadtplanung und Architektur, Hannover
Mit der Weiterentwicklung der ursprünglich für ältere Menschen entwickelten Gemeinschaftseinrichtung zu einem generationenübergreifenden Stadtteiltreff wird der Mehrgenerationenansatz beispielhaft umgesetzt.
Durch die Ansiedelung von Kooperationspartnern entsteht ein Kompetenzzentrum für den Stadtteil, das unterschiedliche Interessengruppen erreicht und für „Durchlässigkeit“ zwischen Stadtteil und Gemeinschaftseinrichtung bzw. dem Wohnprojekt sorgt.
Mit der Einrichtung des Kindergartens kommt es zu einer Belebung des Hauses und zu einem spontanen Zusammentreffen der Generationen.
Das „Haus im Viertel“ hat sich als feste Einrichtung im Stadtteil etabliert. Es gehört zum Selbstverständnis der Einrichtung mit seinen unterschiedlichen Interessengruppen Verantwortung für das Quartier zu übernehmen. Selbsthilfe und und gegenseitiger Unterstützung sind gelebte Praxis in der Nachbarschaft.
Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 28203 - Ort: Bremen - Straße: Auf der Kuhlen 1b.
Datensatz eingestellt am 28.08.2008 vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).
Letzte Änderung: 17.08.2009