Großflächige Renaturierung von Abrissflächen
(Brandenburg)
Der Bereich Obere Talsandterrasse wurde aufgrund eines erwarteten Bevölkerungsrückganges zum Schwerpunktgebiet des Stadtumbaus in Schwedt (38.000 EW). Vorgesehen ist ein Rückbauvolumen von 4300 Wohnungen bis zum Jahr 2010. Der vorliegende Rahmenplan beinhaltet neben der Strategie von punktuellem Rückbau, Sanierung der verbleibenden Wohngebäude und Aufwertung des Wohnumfeldes den Rückbau des gesamten Wohngebietsteils “Am Waldrand” durch flächenhaften Abriss.

Quelle: Stadt Schwedt/Oder
Der Abriss im Wohngebietsteil „Am Waldrand“ in Schwedt wird in mehreren Schritten bis zum Jahr 2008 durchgeführt. Mit der Aufgabe der Wohnnutzung erfolgt die Stilllegung der Versorgungsnetze aller Medien (Elektro, Gas, Fernwärme, Wasser/Abwasser, Regenwasser, Straßenbeleuchtung, TV/Telefon). Ein Teil der Versorgungsleitungen wurde in einem Kollektor, einem betonierten Gangsystem mit Revisionsschächten verlegt. Der Komplettrückbau der technischen Versorgungssysteme ist in seiner Gesamtheit sehr kostspielig. 700 m Kollektorgang konnten bisher zurückgebaut werden.
Die beräumten Flächen werden zunächst “renaturiert”, d.h. auf dem Baufeld wird ein robustes Rasengemisch angesät. Die Ansaat wird über den Rückbauteil des Förderprogramms Stadtumbau Ost finanziert und erfolgt sofort nach dem Abriss.
Kurz- bis mittelfristig sieht die Planung auf weiteren ausgewählten Flächen eine temporäre Begrünung mit einer Wildblumenaussaat vor. Dies hat sich auf überschaubaren Freiflächen in Schwedt bereits bewährt.
Langfristig ist die Aufforstung des nordwestlich gelegenen Teils des Stadtteils als Pfufferzone zur stark befahrenden Bundesstraße und zum nördlich gelegenen Industriestandort der Petrolchemie vorgesehen. Jedoch wird mit dem Anpflanzen von Mischwald voraussichtlich bis zum Jahr 2008 gewartet, bis hinreichend große Flächen freigeräumt sind. An diesem Standort soll ein vollständiger Rückbau der Wohngebäude erfolgen. Die entstehende Fläche von ca. 10 ha wird bis zum Jahr 2008 für eine zusammenhängende Aufforstung vorbereitet. Während die Gehwege rückgebaut werden, wodurch der Abfluss des Niederschlagswassers seitlich der Fahrbahnen gesichert wird, bleiben diese selbst als zukünftige Waldwege erhalten. Schneisen und Wegebeziehungen ermöglichen so weiterhin die Anbindung an die angrenzenden Stadtbereiche. Für den Spaziergänger im Jahre 2020 bleibt die Grundstruktur des ehemaligen Wohngebiets ablesbar. Die Nutzung der künftigen Waldflächen soll allen Bewohnern der Stadt offenstehen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2001 | Fortschreibung der städtebaulichen Rahmenplanung “Obere Talsandterrasse” |
| 2002 | Städtebaulicher Ideenwettbewerb ”Am Waldrand” |
| 2002 | Beginn des Rückbaus und der Renaturierung |
| 2008 | Beginn der Aufforstung |

Quelle: Stadt Schwedt/Oder

Quelle: Stadt Schwedt/Oder
Die Eigentümerstruktur des künftigen Aufforstungsgebiets wird bewusst nicht verändert. Dies spart anfallende Grunderwerbsteuern und Kosten für die notwendige katastermäßige Vermessung der Flächen. Die geplanten Forstflächen werden in einen Flächenpool der Stadt eingebracht, um den Verlust von Waldflächen durch bauliche Vorhaben in den anderen Stadtbereichen ausgleichen zu können. Langfristig ist vorgesehen, dass die Stadt die zu Waldflächen umgewidmeten Flächen übernimmt.
Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 16303 - Ort: Schwedt/Oder - Straße: Friedrich-Engels-Straße.
Datensatz eingestellt am 20.07.2007 vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).
Letzte Änderung: 14.08.2008