Umstrukturierung im Stadthafen
(Nordrhein-Westfalen)

Quelle: Stadt Münster, Foto: Dietmar Wirlitsch
Seit den 1970er Jahren haben die Münsteraner Stadthäfen einen Rückgang des Hafenumschlags zu verzeichnen. Infolge dessen sind Brachen und Nutzungen entstanden, die keinen konkreten Hafenbezug mehr hatten. In den 1980er Jahren entdeckte die „Kreativszene“ den Hafen. Seit den 1990er Jahren wurden einzelne Sanierungsmaßnahmen und Umnutzungen durchgeführt. Schließlich erarbeitete die Stadt Münster 2004 einen Masterplan/Integriertes Handlungskonzept (IHK) für die zukünftige Entwicklung des als „Cityergänzungsgebiet“ klassifizierten Bereiches. Der Kreativkai ist der erste Bereich, der einer neuen Nutzung schrittweise zugeführt wurde. Der Geltungsbereich der Hafenordnung ist auf die notwendigen Flächen reduziert worden. Die Stadtwerke Münster GmbH sind der Hafenbetreiber. Sie sind zugleich der größte Flächeneigentümer. Die Grundstücke sind weitestgehend per Erbbaurechtsverträge vergeben.

Quelle: Stadt Münster, Foto: Dietmar Wirlitsch
Im Zuge des Strukturwandels hat sich am nördlichen Ufer des Stadthafens, am Kreativkai, eine kleinteilige Mischung von kultureller Nutzung, Gastronomie und hochwertigen Dienstleistungen (Architekten, Ingenieure, Verlage), mit vereinzelt verbliebenem Gewerbe, etabliert. Diese Entwicklung entspricht dem Leitbild „Kreativkai“, nach dem die vorherrschende Nutzung aus Agenturen, Verlagen, Druckereien, Theater, Gastronomie der gehobenen Kategorie, Künstlerateliers, Galerien etc. bestehen sollte.
Bei den baulichen Veränderungen wurden teilweise alte Speicher- und Lagerhausstrukturen aufgegriffen, aber auch Neubebauung in die Hafenzeile integriert. Unter Berücksichtigung seiner vorherigen Hafennutzung, sollen zukünftig bestehende Funktionsdefizite beseitigt und die rechtlichen Vorraussetzungen für eine öffentliche Nutzung geschaffen werden. Dabei spielen vor allem Moderations- und Abstimmungsprozesse eine entscheidende Rolle.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1997 | Beschluss über das Leitbild "Kreativkai" |
| 1997 | Bau des Hafenplatzes; Beginn der Entwicklung des Kreativkais |
| 2001 | Potenzialanalyse für den Stadthafen I |
| 2003 | Vergabe von 4 Grundstücken über ein Bieterverfahren |
| 2004 | Beschluss des Masterplans/integrierten Handlungskonzeptes „Stadthäfen Münster“ |
| 2007 | hafenseitige Gebäudezeile vollständig entwickelt |
| 2007 | Fertigstellung des 1. Bauabschnittes der Uferpromenade |
| ab 2010 | Beteiligungsprozess „Hafenforum“ und Fortschreibung des Masterplans |

Quelle: Stadt Münster, Foto: Dietmar Wirlitsch

Foto: Oliver Niermann, BBR

Quelle: Stadt Münster, Foto: Dietmar Wirlitsch
Die Entwicklung der Stadthäfen Münsters und insbesondere des Kreativkais wurde bewusst offen gehalten und nur programmatisch festgelegt. Dadurch hat sich das Konzept des „Kreativkais“ voll entfalten können und dieses Areal ist aus einer Pionierphase heraus zu einem Stadtraum geworden. Im Sinne des kreativen Konzeptes und als neuer Freizeitraum für die Münsteraner und ihre Gäste wurden am Kreativkai neue Qualitäten entwickelt.
Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 48151 - Ort: Münster - Straße: Hafenweg 30.
Datensatz eingestellt am 21.08.2006 vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).
Letzte Änderung: 24.01.2012