Selbstverwaltetes, soziales und ökologisches Genossenschaftswohnmodell
(Bayern)

Foto: Tina Hörmann
In München-Riem entsteht auf der Fläche des ehemaligen Flughafens die neue Messe München sowie ein neuer Stadtteil mit insgesamt 6.000 Wohneinheiten, Gewerbe- und Dienstleistungseinrichtungen, einer Schule, Kindergärten, Kirchen, U-Bahn-Haltepunkt und einem Landschaftspark, der im Jahr 2005 die Bundesgartenschau beherbergte. Hohe ökologische Standards wurden von der Stadt München schon im Bebauungsplan festgeschrieben. Durch die Mischung von freifinanzierten und öffentlich geförderten Bauprojekten soll ein breites Wohnungsangebot für unterschiedliche Altersgruppen und Einkommensverhältnisse entstehen.

Foto: Tina Hörmann
Eines der Projekte in Riem, die mit hohem wohnungspolitischen und ökologischen Anspruch angetreten sind, ist die Wohnanlage der WOGENO München eG. Die "Genossenschaft für selbstverwaltetes, soziales und ökologisches Wohnen" wurde 1993 gegründet.
Nach langen Verhandlungen erhielt die WOGENO 1996 den Zuschlag für das Erbbaurecht (Erbpacht für 99 Jahre) auf einem Grundstück am südlichen Rand des Baugebietes, das ursprünglich für eine Reihenhausbebauung vorgesehen war. In zwei viergeschossigen Baukörpern wurden 28 Wohnungen zwischen 40 und 110 qm, ein Gästeapartment, ein Gemeinschaftsraum, ein Kinderkeller und Hobbywerkräume errichtet. Ein Großteil der Bewohnerschaft war von Anfang an in die Planung eingebunden.
Neben dem weitestgehenden Verzicht auf die individuelle Nutzung eines PKW (für die Wohnanlage stehen nur 6 Stellplätze zur Verfügung, die jährlich neu per Beschluss der Bewohnerversammlung vergeben werden), wurden auch andere ökologische Maßnahmen, wie die Verwendung umweltfreundlicher Baumaterialien, eine Photovoltaikanlage und eine Kompostanlage verwirklicht.
Die Bewirtschaftung des Hauses und der Gemeinschaftseinrichtungen geschieht in Selbstverwaltung bzw. -organisation. Hierzu haben die BewohnerInnen verschiedene Arbeitsgruppen sowie einen dreiköpfigen Bewohnerbeirat gebildet. Von jedem Bewohner und jeder Bewohnerin wird eine Selbstbeteiligung im Umfang von 25 freiwilligen Arbeitsstunden jährlich erwartet. Zentrales Beschlussorgan ist die Bewohnerversammlung.
Für einen Teil der Wohnungen nahm man Wohnungsbaufördermittel des 1. und des 3. Förderweges in Anspruch. Durch die Reduzierung der individuellen Wohnflächen wurde der Bau der Gemeinschaftsräume ermöglicht.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1993 | Realisierungswettbewerb und Rahmenplanung für Stadtteil Riem |
| 1996 | Bewerbung der WOGENO eG um Erbbaurecht auf dem Grundstück |
| 1998 | Konkretisierung und Ausarbeitung der Planung |
| 1999 | Baubeginn |
| 2001 | Fertigstellung des Projektes |

Foto: Tina Hörmann

Foto: Maßnahmeträger München-Riem
Das Projekt zeichnet sich besonders durch die schon im Bebauungsplan festgehaltenen hohen ökologischen Standards aus, sowie durch ein differenziertes Wohnungsangebot. Das Genossenschaftskonzept ermöglichte es, durch eine angemessene finanzielle und körperliche Beteiligung ein lebenslanges Wohnrecht zu erwerben.
Den Projektstandort finden Sie auch unter PLZ: 81829 - Ort: München - Straße: Caroline-Herschel-Straße.
Datensatz eingestellt am 01.02.2003 im Rahmen des Forschungsauftrages „Innovative Projekte im Städtebau“ (IProS) vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtplanung, RWTH Aachen und aktualisiert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) .
Letzte Änderung: 02.03.2010